Faszination Grönland
(in Überarbeitung)Wir waren zwischen 2015 bis 2019 wieder sechsmal in West- und Ost-Grönland unterwegs, da gibt es jeweils Artikel unter Reiseberichte (s.u.). Derzeit beschäftigen wir uns zum wiederholten Mal intensiv mit Land & Leuten und waren 2022+23 mehrfach im Westen wie auch im Osten unterwegs. Von daher werden wir dieses Kapitel schrittweise komplett überarbeiten und die in den Jahren 2004-07 gewonnenen Daten aktualisieren. Außerdem gibt es ziemlich zeitnahe Artikel zur Klimaerwärmung und Gletscherrückgängen in Grönland
(AK 8/22).Stand der Aktualisierung 11.2.2025
Unsere 24 Reisen nach Westgrönland in der Übersicht: Renate hat für uns ein großes CEWE Buch dazu gemacht und die westlichen Ziele aus unseren Reisenotizen und -berichten von Süd nach Nord systematisiert. Karte & Grafik © Renate Kostrzewa
Die ersten 14 Fahrten hatte Renate alleine als Lektorin für Biologie und Geografie mit großem Erfolg absolviert. Zum letzten Teil der Jungfernfahrt der MS Fram bin ich dann als Fotograf für die damals noch deutsche Sektion der Hurtigruten in Hamburg (Norden Tours) zugestiegen, um Werbefotos für Hurtigruten und Fotos für unser Buch zu machen. Ab 2015 konnten wir dann zusammen als Lektoren reisen, so daß ich insgesamt auf 10 Reisen in den Westen in meinem Sommerurlaub dabei sein konnte.
Grönland, ein paar Fakten vorweg:
Das Land der Mitternachtssonne und der Schlittenhunde, ist die größte Insel der Welt, sechsmal so groß wie Deutschland. Die Nord-Südausdehnung reicht über 23 Breitengrade und beträgt 2.670 km; die Küstenlinie insgesamt 44.000 km. Das ist länger als der Erdumfang am Äquator. 80% von Grönland sind vergletschert. Die eisfreie Küstenfläche ist mit 300.000 km2 so groß wie Italien. Hier leben nur 56.653 Grönländer (2021).
Quelle:
WIKI
Geografisch ist es die größte Insel der Erde, gelegen im Nordatlantik bzw. Arktischen Ozean. Das Gebiet, das heute geografisch zu Nordamerika und geologisch zu dessen arktischer Teilregion gezählt wird, verfügt über die nördlichste Landfläche der Erde und ist nur spärlich besiedelt. Geologisch zählt sie zu den ältesten Plattenresten der Erde mit Gneisen und Graniten weit vor dem Präkambrium: Grönland ist vor über 3,7 Mrd. Jahren als unabhängiger Urkraton entstanden und hat sich dann mehrfach an anderen Platten assoziiert und wieder getrennt. Seit ca. 55 Mio. Jahren ist er mit seinem nord-westlichen Teil an den Kanadischen Schild auf Höhe des Smith Sound gegenüber Ellesmere Island gestoßen und dort "hängen geblieben." Manche Geologen rechneten ihn deshalb der nordamerikanischen Platte zu, was aber erst für die jüngste geologische Zeit zutrifft. Meist war der Kraton unabhängig, oder auch an andere Plattenteile assoziiert gewesen, wie wir aus der Rekonstruktion des Plattendrifts bis vor die Entstehung des Superkontinentes "Rodinia" vor 1,1 Mrd. Jahren heute wissen. Grönlands Gesteine, die an der Oberfläche zugänglich sind, zählen zu den ältesten der Erde. Östlich von Nuuk, der Hauptstadt, treten 3,7 Mrd. Jahre alte Gneise zu tage. Der jüngste Superkontinent Pangaea bildete sich erst vor 325 Mio. Jahren und hielt bis zum Jura vor 150 Mio. Jahren zusammen, danach driftete auch der wieder auseinander. Diese "Plattentektonik" genannte Theorie wurde von Alfred Wegener während seiner Grönlandreisen in den frühen 1930ern entwickelt, konnte aber erst in den 1950er Jahren durch Tiefseebohrungen der "Glomar Challenger" und spätere NASA Erderkundungssatelliten in den 1960ern bewiesen werden... (AK)
Der Bootshafen von Illulisat, links die Fischfabrik © Achim Kostrzewa
Kalaallit Nunaat (= Land der Menschen, Grönland) wurde schon früh besiedelt. Die Inuit kamen aus Asien über die Beringstraße, Nordkanada bis Nordgrönland in mehreren Einwanderungswellen. Vor Christi Geburt lebten die Inuit ausschließlich als Nomaden. Ab 900 n. Chr. wurden sie seßhaft. Die Thule Inuit erschlossen sich in Grönland zusätzlich zur Jagd auf Moschusochsen und Rentiere die Meeresressourcen (Fische, Wale, Robben). Über Jahrtausende lebten sie autark. Die Wikinger hatten damals kaum Einfluss auf die Inuit. Die europäischen Walfänger dagegen handelten viel mit ihnen (Folgen: Mischehen, Epidemien, Abhängigkeit von europäischen Produkten). Die Missionierung durch die Dänen im 18. Jh. veränderte ihr Leben komplett. Die Inuit waren über Jahrtausende Überlebenskünstler.
Primitive Behausung in Etah, ein Grassodenhaus bei dem die schützende Grassodenmauern wegerodiert sind, (Reste sieht man noch links von Haupthaus neben dem Eingang), der ehemals nördlichsten Siedlung Grönlands (Karte #19) © Achim Kostrzewa
Sie wohnten im Winter in Grassodenhäusern, im Sommer in Zelten. Die Inuit waren eine Fängergesellschaft und lebten von der Jagd und vom Fischfang. Alles wurde von einem Tier verwendet: das Fell für warme Kleidung; die wasserdichten Häute für die Kajak- und Dachbespannung; Fleisch als Nahrung; Fett zum Heizen und für die Tranlampen; Walrippen als Dachkonstruktion; Knochen für Werkzeuge, Sehnen, um Teile zusammen zu binden.
1721 schickte der dänische König den lutherischen Pfarrer Hans Egede, um die Wikinger zu missionieren. Da wegen der Klimaverschlechterung keine Wikinger mehr in Grönland lebten, kümmerte er sich um die Inuit. Ab 1953 kam es für die Grönländer zu radikalen Umwälzungen ihrer Lebensumstände. Die verstreut lebenden Menschen wurden in großen Wohnblocks in Zweizimmerwohnungen zwangsuntergebracht. Familien sind bei der Wohnraumaufteilung auseinander gerissen worden. Auf dem Reißbrett in Dänemark sah der Plan für ein besseres und gesünderes Leben gut aus. In den Wohnungen gab es fließend Wasser und eine Toilette. Im Ort baute man ein Krankenhaus, eine Schule und einen Laden. Doch der stolze Jäger, das Familienoberhaupt, verlor dabei seine Würde. Die Jagdgebiete waren jetzt weit weg. Er fühlte sich eingezwängt. Viele brachten sich damals um oder wurden Alkoholiker. Heute sind die Wohnblocks z.B. in Nuuk, Illulisat oder in Sisimiut renoviert. Eine junge Familie ist froh, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Für die Kinder der Jäger war letztendlich diese zunächst fatale Entwicklung ein Segen.
Seit dem 1.5.1979 erhalten die Grönländer immer mehr innenpolitische Selbständigkeit. Dänemark bestimmt aber bis heute die Außen-, Verteidigungs- und Finanzpolitik. 1985 entwarf Thue Christiansen die grönländische Flagge. Die Wirtschaft ist noch wenig diversifiziert. Der Fischexport über Dänemark macht 93% aus. Die Hoffnung der Grönländer besteht darin, dass durch die Klimaerwärmung die reichen Rohstoffvorkommen ausgebeutet werden können und ihnen so viele Einnahmen bringen, dass sie in Zukunft auf die hohen Subventionen durch Dänemark verzichten würden können.
Grönländische Kinder gucken heutzutage dänisches Fernsehn, nutzen Smartphones und Internet © Achim Kostrzewa
Modernes Grönland: Mädchen in Ukkukissat, Ministerpräsident Ennoksen in Ittileq, alter Grönländer in Narsaq. Fotos: © l+m= Renate, r= Achim Kostrzewa
Wir hoffen inständig, daß die Großmacht Phantasien des US-Präsidenten Trump den Grönländern und Grönland keinen Schaden zufügen werden. Sie haben ja in Thule ihre langjährige US-Militär-Basis für die Luftwaffe und sonstiges: Seit April 2023 in "Pituffik Space Base" umbenannt. Die Verteidigung Grönlands als autonome Nation innerhalb des Königreichs Dänemark ist laut Verfassung die Aufgabe der Dänischen Streitkräfte und damit der Nato. Grönland selbst verfügt über keine eigenen Truppen. Jedoch bestanden bereits ab 1941 Abkommen mit den Vereinigten Staaten, die, zumindest während des Zweiten Weltkrieges, die Übernahme der Verteidigung durch die Streitkräfte der USA beinhaltete. Wenn die USA nun Grönland annektieren würden, käme es zu dem unglaublichen Vorgang das ein Natoland ein anderes angriffe...
Nuuk (Godthåb, 18.000 EW, 2021) die Hauptstadt Grönlands wächst sehr stark. Jedes Jahr ziehen mehrere hundert Menschen neu hier her. 2016 beschloss der Kommunalrat, dass Nuuk bis 2030 Wohnraum für 30.000 Menschen bieten soll. Für den Zustrom wird ein weiterer Stadtteil gebaut. Der Hafen ist schon vergrößert worden. Der Flughafen hat letztes Jahr eine längere Landebahn bekommen und ist nun ein internationaler Flughafen geworden. In Nuuk liegt die einzige Universität Grönlands sowie weitere Bildungseinrichtungen. Viele grönländische Unternehmen und Institutionen haben ihren Sitz in der Hauptstadt. Der größte Beschäftigungssektor ist die Verwaltung. Fischfang und –verarbeitung spielen immer noch eine wichtige Rolle. Die Tourismusbranche wächst.
Modernes und älteres Nuuk
©
Achim Kostrzewa
Die Stadt liegt an der Westspitze einer 75 km langen Halbinsel eingerahmt von schneebedeckten Bergen. In Nuuk gibt es mittlerweile drei Ampelanlagen; die einzigen in Grönland.
Auf dem Hügel neben der Kirche steht das hohe Denkmal von Hans Egede (1686-1758), der über das Kolonialviertel blickt. Er war der erste Missionar in Grönland. Historisch betrachtet, hat Hans Egede Grönland den Weg in die Moderne gewiesen und die Insel staatsrechtlich mit Dänemark verbunden. Sein Wirken ist aber heute umstritten. Einige Grönländer sind der Meinung, er habe ihre Vorfahren nicht respektiert. Eine 19-jährige Schülerin startete 2020 eine digitale Unterschriftenaktion zur Entfernung der Statue an dieser prominenten Stelle, um sie ins Museum zu stellen. Anlass war eine Farbattacke am Nationalfeiertag, dem 21. Juni 2020. Es entbrannte eine heftige Debatte. Die Mehrheit beschloss, sie am bisherigen Platz stehen zu lassen.
Die berühmte Ampelanlage im modernen Nuuk. Rechts: Hans Egede missionierte Grönland im Auftrag Dänemarks... © Renate Kostrzewa
Im Stadtzentrum liegt das kleine Parlamentsgebäude. Auf dem Vorplatz befindet sich eine große Skulptur vom grönländischen Künstler Simon Kristoffersen. Sie stellt die Erzählung vom Waisenkind Kaassassuk dar. Es wurde von allen Dorfbewohnern schlecht behandelt. Geholfen hat ihm nur Pissaaq inua, der Geist der Kraft. Er machte ihn groß und stark, um sich an seinen Missetätern zu rächen. Die Skulptur soll die Eigenständigkeit Grönlands versinnbildlichen.
Das Gebiet um Nuuk ist schon 2.400 vor Chr. von Inuit besiedelt worden. Um 1.000 - 1.350 n. Chr. ließen sich die Wikinger hier nieder. Im 16./17. Jh. kamen die Walfänger. 1728 wurde Godthåb von Hans Egede als Handelsstation eingeweiht. Die roten Kolonialhäuser am Hafen entstanden in der Blütezeit Anfang des 19.Jh. In den 1960er und 70er Jahren änderte sich das Stadtbild mit den gleichförmigen, nummerierten Wohnblocks radikal, Zeugen einer von Dänemark aufgezwungenen Zentralisierungs- und Siedlungspolitik. Heute sind sie renoviert und werden stark nachgefragt.
Im historischen Kolonialhafen liegt das Nationalmuseum. Es wurde 1966 eingerichtet. Es erzählt die Geschichte Grönlands seit der Besiedlung vor 4.500 Jahren. Größte Kostbarkeit sind die Mumien von Qilakitsoq. 1972 jagten die Brüder Hans & Jokum Grønvold Schneehühner in Qilakitsoq auf der Nuussuaq Halbinsel. In einer Höhle fanden sie die Toten. Gute Durchlüftung, niedrige Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit ermöglichten eine natürliche Mumifizierung. Das Alter der sechs Frauen und zwei Kindern wird auf 500 Jahre geschätzt.
500 Jahre alte Kindermumie
©
Achim Kostrzewa
Texte Geologie © Achim Kostrzewa, Geografie Grönlands + Nuuk © Renate Kostrzewa
Hier bei unseren Reiseberichten sind auch einige Fahrten dokumentiert:
Arktis Logbuch 2004 - Mit der Disko II in Westgrönland
Das grönländische Eis taut immer schneller Reisebericht zu den Eisbergen 2007-2015-2016 (8/2016)
Zweimal auf West-Grönland-Kreuzfahrt in einem Sommer – zwischen Kangerlussuaq und Ummannaq (Aug. 2017)
Arktischer Polarsommer 24. Aug.- 2. Sept. 2017
Teil 1: Ilulissat: Eisberge und Buckelwale (Aug. 2019)
Log Ultramarine II: Kanadische Inselwelt und Westgrönland, Ende September (12.9.-2.10.2022)
Log Mit der L'Austral in Westgrönland, Anfang August (27.7.-9.8.22)
Die Reisen zwischen 2003 und 2007 sind in unserem Buch dokumentiert:
Abenteuer Arktis - Die spektakulärsten Kreuzfahrten zwischen Grönland, Spitzbergen & Franz-Joseph-Land
Leider
vergriffen, aber antiquarisch im Netz zu bekommen
Dazu kommen die bislang vier Fahrten nach Ostgrönland:
Teil 1 der Reise begann quasi wie immer in Kangerlussuaq, dann ging es erstmal nach Norden bis Illulisat und dann zurück nach Süden durch den Prins-Christian-Sund nach Ostgrönland und endete in Island.
Ostgrönlands hohe Berge auf dem Weg von Tasiilaq nach Ittoqqortoormiit: der 1.000-1.500 Meter hohen Küstenkette folgt eine bis knapp 3.700 Meter hohe Gebirgskette hinter der sich das Inlandeis verbirgt. © Achim Kostrzewa
Teil 2: Prins Christian Sund (8.8.2019)
Teil 3: Tasiilaq (9.-10.8.2019)
Teil 4: Ittoqqortoormiit (11.8.2019)
nach dieser Schnuppertour haben wir Feuer gefangen und sind zu weitern Reisen in den Osten Grönlands aufgebrochen:
Northern Lights: mit der Ocean Nova in Ostgrönland (23.9.-3.10.19)
Mit der Commandant Charcot im arktischen Eis von Grönland nach Spitzbergen, Reykjavík - Ost-Grönland-NP - NO-Spitzbergen - Longyearbyen, 22.06.-10.07.2023.
Mit der Ocean Adventurer nach Nordost Grönland zu den Polarlichtern (8.-22.9.23)
Polarlichter: Wir sehen auf den Fotos sehr schön Grün, Orange, Rot bis Violett. Viel ausgewogener als früher bei den Digitalkameras möglich. Das menschliche Auge sieht aber immer noch überwiegend Grün (für das es besonders empfindlich ist) oder ein weißliches Grün am Himmel. Daher sehen die Fotos immer viel spektakulärer aus, als der eigene Seheindruck. © Achim Kostrzewa (9/23)
Eisberg Monster "Nessi" in der Bucht von Savissivik Foto: © Achim Kostrzewa (8/2022)
Gestrandete Eisberge in der Bucht von Savissivik Foto: © Achim Kostrzewa (8/2022)
Ab hier der alte Zustand der Seite:
Auszug aus meinem CD-ROM-Buch "Grönland für Kreuzfahrer" © Dr. Renate Kostrzewa (2006)
Die Autorin war oft in Grönland unterwegs und hat zahlreiche Gespräche mit Grönländern zwischen Kangerlussuaq und Thule geführt. Diese intimen Kenntnisse und persönlichen Erfahrungen kommen besonders in den Textkapiteln zum Ausdruck, die damit weit über das in üblichen Reiseführern Bekannte hinausgehen.
Grönland, Kalaallit Nunnat (=Land der Menschen), wie die Insel heute offiziell heißt. Fynn Lynge beschreibt Grönland treffend: "Geologisch ist Grönland Amerika, politisch Europa, kulturell ist es polar."
Grönland hat viele Facetten. Was macht nun die Faszination Grönlands aus ? Es ist die Eiswelt, der bunte Farbenteppich der Tundra im kurzen Sommer, die interessante Kultur der Grönländer, die Mitternachtssonne, Polarlichter und die überwältigenden Sonnenuntergänge im Frühjahr und Herbst.
Grönland ist eine Welt aus Eis und Schnee. 80 Prozent der Landesfläche ist mit einem dicken Eispanzer von bis zu 3.000 Meter Mächtigkeit bedeckt. Klirrende Kälte, Eis und Gletscher, mehr davon gibt es nur noch auf dem antarktischen Kontinent.
Gletscher wie der Eqip Sermia kalben mit einer vier Kilometer breiten Zunge in die Diskobucht. Die Gletscherzungen sind durch Spalten und Risse stark zerklüftet und zerfurcht. Die Sommersonne läßt das Eis etwas schmelzen. Immer wieder brechen große Eisbrocken ins Wasser. Manchmal stürzt eine große Eiszinne im Zeitlupentempo um. Etwas später hört man das Knallen und sieht die ausgelöste Flutwelle. Bei Windstille hört man die Spannungen im Eis. Es klirrt, knackt und kracht. Eisfrei sind lediglich schmale Küstenstreifen und der Nordosten. Tief eingeschnittene Fjorde und zerlappte Buchten summieren sich zu 44.000 Kilometern Küstenlinie.
Kleine Eiswürfel bis kathedalgroße Eisberge säumen unsere Fahrroute entlang Grönlands Westküste. Sie leuchten in der Sonne. Die Gestalt und Form der Eisberge scheint unendlich. Hoch hinauf ragen sie in den Himmel. Das Eis erstrahlt in Weiß, Hellblau, Mittel- oder Dunkelblau, je nachdem wie das Licht reflektiert wird. Die Diskobucht, eine Welt aus Eis und Schnee. Hier liegt der 40 Kilometer lange und sieben Kilometer breite Eisfjord, der seit 2004 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. In diesen Fjord mündet einer der produktivsten Gletscher der Nordhemisphere. Bis 20 Millionen Tonnen Eis können pro Jahr in den bis 1.200 Meter tiefen Fjord kalben, wo sich die Eisberge dicht an dicht drängen und den Fjord blockieren. Da die Fjordmündung mit 200 Metern Wassertiefe viel flacher ist, kommt es zum Rückstau, bis die Eisberge so weit geschmolzen sind, daß sie die Schwelle der Fjordmündung überwinden können. Es ist ein großes Erlebnis mit einem kleinen, roten Fischerbooten von Ilulissat aus vor dem Eisfjord zu kreuzen. Der Kapitän manövriert sein Schiff geschickt zwischen den Eisbergen hindurch. Bei Nebel wirkt die Landschaft mystisch. Manchmal schaut nur die Spitze eines Eisberges heraus. Bei Windstille spiegelt sich das Eis im dunklen Wasser. Zunächst driften die Eisberge nach Norden und begleiten uns durch die Vaigatstraße aus der Diskobucht heraus, um dann entlang der kanadischen Küste bis Neufundland in den Süden zu treiben und allmählich zu schmelzen.
Während die Eisberge entlang der Küste driften, bedeckt ab Mitte Juni im kurzen Sommer ein bunter Pflanzenteppich die Tundra, bringt die umgebende Schneelandschaft zum Leuchten und zaubert Farbkleckse: Die Läusekräuter blühen in gelben und kräftig violetten Blüten, weiß strahlt das Arktische Hornkraut und zart gelb schwankt der Mohn auf seinen langen Stengeln. Ab Mitte August verfärbt sich die Tundra gelb, orange und tief rot in den warmen Farben des Herbstes.
Faszinierend sind die Menschen, die Grönländer, die Nachfahren der Inuit, die in dieser unwirtlichen, unberechenbaren Natur seit Jahrtausenden überleben. Wintertemperaturen von klirrend, kalten minus 40° C und tiefer sowie lange Nächte, in denen die Sonne nicht über den Horizont kommt, bestimmen das Leben nördlich des Polarkreises. Im Sommer laufen sie bei 12° C im T-Shirt herum. Bei Windstille klettert das Thermometer auch schon einmal auf 25°. Doch das ist selten.
Ein Schauspiel sind die Himmelsfarben, die Mitternachtssonne, das Nordlicht und die unvergeßlichen Abendstimmungen. Am 21. Juni, Grönlands Nationalfeiertag, herrscht einen Tag die Mitternachtssonne am Polarkreis. Selbst um ein Uhr nachts erstrahlt die Landschaft in gleißendem Licht, als wäre es ein Uhr mittags. Das Schlafen fällt schwer. Nach Norden werden die Tage mit Mitternachtssonne länger. So herrscht Mitternachtssonne oben in Qaanaaq (Thule) vom 19.April bis zum 24.August. Im Winter dagegen gibt es entsprechend lange Polarnächte.
Die Natur hat in Grönland ihre eigene Einteilung. Tag und Nacht sind die meiste Zeit des Jahres nur unscharf umrissen. Selbst die Einteilung in Jahreszeiten fällt in Grönland schwer. Es gibt Sommer und Winter. Doch die Übergänge Frühling und Herbst passieren hier sehr, sehr rasch.
Wenn nicht gerade die Zeit der Mitternachtssonne oder der Polarnächte herrscht, verfärbt sich der Abendhimmel mit kräftigen Farben in Gelb, Orange, Rot oder manchmal tief Lila. Die Sonnenuntergänge in Grönland sind einzigartig und für jeden, der sie erleben durfte, unvergeßlich.
Alle Fotos © Renate Kostrzewa
Lieferumfang: Der genaue Inhalt ist auf dem Bestellformular "Grönland für Kreuzfahrer" aufgeführt. Hier nur kurz beschrieben - Die eine CD-ROM beinhaltet: 3 Textkapitel (mit 51 Doppelseiten im Bildschirmquerformat und mehr als 70 farbigen Abbildungen) über Geographie, Siedlungsgeschichte, das Leben der Grönländer heute, Polarforscher, Pflanzen- und Tierwelt sowie eine Beschreibung aller Anlandepunkte, die man auf Kreuzfahrten mit der FRAM von Kangerlussuaq durch die Diskobucht bis Thule und zur Eisgrenze zu sehen bekommt. Zwei Karten mit den Reiserouten.
Die CD-ROM enthält außerdem eine dreiteilige Diaschau von etwa 250 textlich kommentierten Bildern, gegliedert in die Reiseabschnitte: (A) Kangerlussuaq bis Sisimiut, (B) die Diskobucht und C) von Uummannaq bis Thule und zur Eisgrenze.
Dadurch bekommen Sie einen guten Eindruck davon, was Sie auf einer Reise entlang der Westküste Grönlands zu sehen bekommen.
Die CD-ROM läuft mit jedem handelsüblichen Browser Programm. Die Buchseiten werden von ADOBE Acrobat Reader 4.0 oder höher gelesen und als Doppelseiten auf dem Bildschirm dargestellt. Dieses Programm ist auf jedem Rechner mit Windows 98 oder höher und auch auf APPLE Rechnern verfügbar.