West-Island 11.6.-5.7.2009                  © Achim Kostrzewa

 

Route: Reykjavik - Golden Circle - Snaefellsnes – Westfjorde - Nordküste bis zum Myvatn

 

Warum eigentlich Island? Yellowstones Geysire sind zahlreicher und größer, Grönlands Gletscher sind höher, schöner und machen viel mehr Eisberge, Schottland oder Norwegen sind mit dem eigenen WOMO schneller und ohne teure Fähre erreichbar. Soweit die Gegenargumente.

 

ABER Island hat etwas. Seine landschaftliche Vielfalt schließt alle genannten Gebiete mit ein und bietet zusätzlich einen tollen rezenten Vulkanismus mit Vulkankegeln, Lavaströmen und viel junge Geologie. Island liegt ja auf dem Mittelatlantischen Rücken und das „Seafloor-spreading“ setzt sich hier an Land fort. Zentimeter für Zentimeter pro Jahr trennen sich die Amerikanische von der Europäischen Platte – Plattentektonik live.

 

Island hat wettermäßig einen schlechten Ruf – „camping for nothing and rain for free“, um eine Textzeile von Marc Knopfler (Dire Straits) umzudichten. Wir haben wenig vom Regen mitbekommen. Mein Optimismus blendet stundenweise Kurzregen sowieso aus. Und jeder Tag, an dem man ohne Regenklamotten draußen verbringen kann, ist ein toller Tag – wir waren immer draußen, es war warm, bis zu 24 Grad, was will man mehr? Ja doch, mehr T-shirts hätte man brauchen können statt der dicken karierten Hemden.

 

UND Island ist leicht zu erreichen: 3h 20min von Düsseldorf nach Keflavik dauert der Morgenflug, mittags hat man dann sein WOMO geentert und war auch schon im Supermarkt! Den ersten „Abend“ verbringen wir schon am Strokkur, dem größten & aktivsten Geysir und machen über 200 Fotos. Zu dieser Jahreszeit so nahe am Polarkreis, kann man die ganze „Nacht“ ohne Lampe lesen, wandern oder zur Not auch schlafen. Auf dem Golden Circle schauen wir noch den Thingvellir* NP mit seinen Spalten und den Gullfoss an, der uns seinen Regenbogen glatt verweigert, zu viel Sonne. (*= Schreibweise eingedeutscht).

 

   

 

Foto: Island ist ein wasserreiches Land. (links) Am Strokkur  - Islands aktivstem Geysir - wird das Wetter gegen Abend immer besser, alle 8-10 Min. „bläßt“ er.

(rechts) Am Dynjandi Wasserfall scheint auch immer wieder mal die Sonne.

© Achim Kostrzewa, Technik: (li) D300 mit AF-D 2,8/14mm und (re) D300 mit AF-D 18-35 WW bei 18mm, manuelle Belichtung, Stativ.  

 

Die nächste Station ist die Halbinsel Snaefellsnes mit ihren Lavafeldern und dem Snaefellsjökull, dessen Umland jetzt Nationalpark-Status hat. Beeindruckende Lavafelder, überwuchert von Moosen und Wildblumen, säumen den Weg. Buchten mit schwarzem Lavasand und fast buntem Basalt säumen das Meer und Vulkanreste bilden die Basis für Seevogelkolonien. Viele tausend Küstenseeschwalben übernehmen stellenweise auf mehreren Quadratkilometern die Herrschaft über die Landschaft, sogar über Wege und Straßen, die sie mit ihrer Brutkolonie einfach überziehen. Radfahrer oder Fußgänger haben da schlechte Karten. Hitchcocks „Vögel“ lassen grüßen. Hier könnte man schon seinen ganzen Urlaub verbringen und mit einer Gletscherwanderung auf den Snaefellsjökull krönen. Aber wir wollen nach einigen Tagen weiter mit der Fähre von Stykkisholmur in die Westfjorde.

 

  

 

Foto: Am dritten Tag unserer Reise erleben wir Islandwetter für 3h pur: (links) wir sind auf der Südost Seite des Snaefellsjökuls und queren auf der brandneuen Asphaltpiste einen Lavastrom. Rechts eröffnet sich ein von Lava eingefasstes Tal mit grünen und schwarzen Berghängen, die sich in den Wolken verlieren. Ein sattes, differenziertes, vielfältiges Grün, das man sonst nirgendwo so sieht. Die Moose scheinen von innen zu leuchten. Das Wasser folgt dem Tallauf nach rechts, eingezwängt vom Lavastrom. Das ist Island bei Nieselregen.  (rechts) Abends ist das Wetter wieder schön an unserem ruhiges Parkplatz mit Blick auf den Gletscher. Wir wollen noch um Mitternacht am Strand fotografieren. © Achim Kostrzewa, Technik: beide Aufnahmen D300 mit AF-D 18-35 WW, manuelle Belichtung, Stativ. (re) mit Polfilter.

 

Auf der Überfahrt regnet es. Ich lade Bilder herunter, sichte sie, schreibe Notizen in den Laptop, lade die Akkus. Wir studieren die Reiseroute für die nächsten Tage in der Cafeteria. Bei unserer Ankunft gegen 19:00 scheint schon wieder die Sonne. Wir nehmen die Küstenstraße Richtung Westen und kommen an weiten, geschwungenen, cremefarbenen Sandbuchten vorbei: Karibikfeeling in Island, es fehlen nur die Palmen. Dafür gibt es in dieser in den Reiseführern als fast menschenleer beschriebenen Landschaft in jeder Bucht einen großen Bauernhof! Diese setzt sich so in allen Buchten und an jedem Fjordende fort. Alle landwirtschaftlich nutzbaren Flächen werden für Tierzucht und zur Heuernte genutzt. Dazwischen allerdings herrscht die Natur, vor allem auf den Fjells zwischen den Tälern. Hier fahren wir auch überwiegend Schotterpiste. Wir schaffen es nicht ganz bis zu unserem nächsten Ziel nach Latravik und übernachten auf dem Fjell 25km davor einfach am Straßenrand. Die letzten 20 km Schotter waren Baustelle und ziemlich miese zu fahren. Ich bin müde und meine Schultern sind ganz verkrampft, an die Rappelei muß ich mich jedes Mal neu gewöhnen. Aber es ist schön ruhig hier, bis auf die zahlreichen Goldregenpfeifer hört man nichts, nur wunderbare Stille.

            Am nächsten Morgen erreichen wir – nun über die ausgebesserte Straße - unser Ziel. den Leuchtturm von Latrabjarg. Hier beginnt einer der größten kompletten Vogelberge des Nordatlantiks. Der Parkplatz liegt etwa 50m über dem Meer. Die Klippe erstreckt sich vom westlichsten Punkt Islands 14km nach Osten und erreicht 440m Höhe. Über eine Million Seevögel sollen hier brüten: wir sehen Massen von Trottellummen, Dickschnabellummen, Tordalken, Papageitaucher, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel, wenige Mantelmöwen, Eismöwen, Skuas, Schmarotzerraubmöwen, (Basstölpel fehlen hier) und irgendwo unten am Klippenfuß müssten auch Gryllteisten und Krähenscharben sein. Latrabjarg ist damit der größte „europäische“ Vogelberg, liegt aber schon auf der geologisch „amerikanischen“ Seite von Island. Eine ähnlich große, gemischte Kolonie finden wir noch bei Nordstrandir am Hornbjarg (nur mit dem Schiff und per pedes zu erreichen), sonst nur noch in der Inselwelt Nordkanadas (vgl. Tim Birkhead – Great Auk Islands - A Field Biologist in the Arctic T&AD Poyser, London 1993). Tim Birkhead beschreibt hier auch schön  die Mühsal, schreckliche Logistik, primitiven Lebensumstände und wunderbaren arktischen Sommer in solchen Seevogelkolonien, Freilandbiologenleben eben.

            Wir sind heutzutage nur noch mit der Kamera und dem Fernglas unterwegs um weiterhin die Lebensräume und –umstände von Seevögeln (und Pinguinen, das sind auch Seevögel!) zu dokumentieren. Wir frieren im eisigen Nordwind. Es hat nur 6 Grad plus, sehr stürmisch, aber sonnig. Die gefühlte Temperatur liegt bei Minus 10 Grad. Aber der Wind hält den Regen von der Küste ab. Und gegen Frieren kann man laufen, sich warm anziehen und gut essen. Gekleidet wie in der Antarktis kühlen wir innerhalb von 10 Exkursionsstunden doch ganz schön durch. Heißer Kaffee (unsere Marke von zu Hause) und riesige Portionen frische Spaghetti Bolognese mit leckerem chilenischen Rotwein aus dem Duty Free wärmen uns in unserem bequemen Schneckenhaus wieder auf. (Das isländische Rindfleisch ist exzellent, es gibt sogar unsere gewohnte italienische Spaghettimarke im Reykjavik). Nach Mitternacht fallen wir müde und glücklich ins Bett. Um 2:45 klingelt schon wieder der Wecker, phototime, den Sonnenaufgang haben wir bereits um eine halbe Stunde verpasst.

 

     

 

Foto: Wollte ja in Island eigentlich düstere Landschaften mit dramatischen Wolkenformationen fotografieren, das gute Wetter machte mir da weitgehend einen Strich durch die Rechnung. (links) Es war immer so hell, daß man ohne Licht gut Lesen konnte. Nachts um 2:59, die Sonne war schon wieder aufgegangen in Westisland über der Latravik direkt am Strand stehend.    © Achim Kostrzewa, Technik: D300 mit manuellem AIS-Nikkor 4/80-200 @ 135mm, 400 ASA, Bl. 16, 1/200sec. Auf dem WOMO-Fensterrahmen (keine Mücken!) aus dem Schlafsack auf die Nackenrolle aufgelegt, weil Stativ aufbauen wegen des Sturms nicht möglich war. Keine Filter.

(rechts) Der Vogelberg Latrabjarg ist auch des Abends am schönsten. Die Papageitaucher sind dann immer noch aktiv. © Achim Kostrzewa, Technik:  D300 mit AF-D 18-35 WW, manuelle Belichtung.

 

Am nächsten Tag ist der Wind weg und es fühlt sich bei sonnigen 8 Grad richtig warm an. Liege mit dickem Hemd und Fleece-Weste in der Sonne und fotografiere Papageitaucher. Der Latrabjerg ist eine der besten Fotoplätze für Papageitaucher, die ich kenne (andere Top-Plätze sind in Wales die Inseln Skomer & Skokholm und in Schottland die Isle of May, wenn man dort übernachten kann; siehe unser vergriffener BLV Reiseführer Natur Schottland, 1998). Das viel besuchte Runde ist dagegen schwieriger, aber auch dort entstehen schöne Fotos im weichen Abendlicht (unser KOSMOS Naturreiseführer Skandinavien, 2000, vergriffen).

            Die Papageitaucher Kolonie erstreckt sich entlang der oberen Klippenkante. Man bekommt mit dem 300er Format füllende Portraits aus 2m Abstand, wenn man sich ruhig und langsam bewegt. Die Vögel gucken kaum hin: „Fotograf, für mich persönlich vollkommen uninteressant“ scheinen sie zu signalisieren. Gegen Abend wird es deutlich bevölkerter in der Kolonie. Die eher hektischen Tagestouristen sind weg, es bleiben die Naturliebhaber. Da, wo Fotos auf Augenhöhe möglich sind, finden sich gleich mehrere Kollegen ein. Hier waren wir sicherlich nicht zum letzten Mal. Der Blick über den Fjord zum Snaefellsjökull in der Abendsonne ist allein schon eine Reise wert. Auch das bisschen Regen am 3. Abend kann uns die Stimmung nicht vermiesen; hier gehen wir wirklich schweren Herzens weg.

 

   

 

Foto (links): Papageitaucher (Fratercula arctica) im Portrait.   © Achim Kostrzewa, Technik: D300 mit AF-S-Nikkor 4/300 mit TC14eII, 200 ASA, manuelle Belichtung.  Stativ.

(rechts) Der Vogelberg Latrabjarg ist auch abends am schönsten. Die Papageitaucher sind dann immer noch aktiv, aber es kehrt langsam Ruhe ein in die Kolonie.

© Achim Kostrzewa, Technik: D300 mit AF-S-Nikkor 4/300, 200 ASA, manuelle Belichtung.  Stativ.

 

Am übernächsten Tag geht es weiter Richtung Isafjördur. Wir haben noch eine Woche Zeit für die Westfjorde eingeplant. Die Landschaft besteht aus relativ weichen, marinen Sedimenten des Tertiär. Die Fjorde sind daher längst nicht so steil und spektakulär wie in Norwegen. Alles ist flacher, gerundeter aber von schöner Fjellvegetation bedeckt. Wir erreichen über den höchsten Pass Islands bei 660m eine Art Mondlandschaft: Breidadalsheidi. Am Schluß dieser Etappe liegt der 100m hohe Wasserfall von Dynjandi direkt am Ende des Arnarfjördur. Er fällt in mehreren Kaskaden direkt aus dem Fjell zu Tale. Das Wetter ist gemischt: 5 min. Platzregen, 20min Regen und dann wieder eine halbe Stunde knallige Sonne beschert uns der stürmische Wind. Nicht gerade ideales Fotowetter. Es gibt einen kleinen Campingplatz mit WC auf nasser Wiese, nichts für unser schweres Auto. Wir bleiben auf dem geschotterten Parkplatz für die Busse stehen. Es ist kaum was los.

            Weiter durch die Westfjorde kommen wir nach Isafjördur, was Eisfjord bedeutet. Es liegt auf 66 Grad Nord ganz kurz unterhalb des Polarkreises, der Island nur auf einer vorgelagerten Insel, Grimsey, schneidet. Wir machen einen Abstecher weiter nach Norden über eine kleine Stichstraße nach Sudavik und fahren dann wieder über Schotter die nördlichen Fjorde entlang.

Am Skötufjord begegnen wir einem erwachsenen Seeadler auf der Jagd. Überhaupt, Vögel sehen wir im Fjell massig viele und das sehr nah. Wenn man ein kleineres Auto und ein 500mm Tele hätte, könnte man hier prima Fotos direkt aus dem Autofenster machen. Uns gelingen immerhin gute Goldregenpfeifer und Rotschenkel mit 300mm + TC 14e an der D300. Man sieht aber viel mehr: Regenbrachvögel an jedem Stückchen Fjell, Pfuhlschnepfen, Strandläufer, Regenpfeifer, Steinschmätzer, Wiesenpieper, Schmarotzerraubmöwen, Singschwäne, Graugänse und auf den Seen Stern- und Prachttaucher.

Bevor wir dann die Westfjorde verlassen, machen wir einen landschaftlich sehr lohnenswerten Abstecher über Drangnes bis Kaldebarvik. Die Straße geht noch 50km weiter, wird aber immer enger und wir kehren hier um. Vorbei an Holmavik geht es nun in Richtung Ringstraße 1.

 

     

 

     

 

Foto (links oben):  Achim bei der Arbeit am Dynjandi Foss. © Achim Kostrzewa.

(rechts oben): Bedrohliche Lichtstimmung über den Westfjorden. © Achim Kostrzewa,  D300 mit AIS-Nikkor 4/80-200, Grauverlaufsfilter.

(links unten): Verlassenes Bauernhaus an den nördlichen Westfjorden. © Achim Kostrzewa, D300 mit AF-D 18-35, Grauverlaufsfilter. 

(rechts unten): Der Basaltfelsen des "Hvitserkur" unser Isländischer Drachen. © Achim Kostrzewa, D300 mit AF-D 14mm.

 

Unser erstes Ziel ist hier: Der Basaltfelsen heißt offiziell "Hvitserkur" und liegt nur 28km abseits der Rinstraße 1 auf der Halbinsel Vatnsnes. Zu erreichen über die 715 und nach einigen Kilometern rechts auf die 711 nach Ösar. Dort ist die Zufahrt zu einem kleinen Parkplatz ausgeschildert. Ab nachmittags sind das Licht und die Ebbe richtig. Am nächsten Tag machen wir mal richtig Kilometer, genau gesagt 313! Über Akureyri, zum Godafoss und weiter zum Myvatn, dem berühmten Mückensee. Den östlichsten Punkt unserer Tour.

 

Das Myvatn Gebiet bietet vielfältige Möglichkeiten, zahlreiche Enten an seinen flachen Ufern, Vulkane und Pseudokrater in der nahen Umgebung und das Solfatarengebiet am Namafjall und den Krafla Vulkan. Uns interessiert besonders der Aschekegel und Krater des Hverfjall. Für Island sind 27 verschiedene Vulkantypen beschrieben. Einige davon einmalig auf der Welt. Der Kegel des Hverfjall muß durch gasarme basaltische Schmelzen, die mit dem Grundwasser in Kontakt gekommen sind binnen weniger Stunden oder Tage 250 Millionen Kubikmeter Sprengschutt aufgetürmt haben. Diese massive Eruption hat vor etwa 2500 Jahren stattgefunden und hat einen leicht besteigbaren gut einen Kilometer durchmessenden Ringwall gebildet. In dieser fantastischen „Mondlandschaft“ sollen schon die Apollo Astronauten für ihre geologischen Feldexkursionen geübt haben. Wir waren zweimal kurz vor Mitternacht bei sehr tiefstehender Sonne oben, ein Erlebnis sondergleichen! Wenn man vom Myvatn weg in den Krater guckt, fühlt man sich in einer Landschaft gefangen, wie auf dem Mond oder Mars.

 

Auf der Rückreise besuchen wir noch einige interessante Punkte an der Nordküste, wie Husavik auf der Tjörnes Halbinsel, Olafsfjördur un d Siglufjördur auf der Tröllaskagi HS und machen wieder einen Abstecher zur Snaefellsnes HS, bevor wir abends um 22:00 Uhr den Wagen in Keflavik am Flughafen problemlos abgeben (innen besenrein, Abfalltanks geleert, Diesel-Tank und Gasflaschen gefüllt), um nachts nach Düsseldorf zurückfliegen.

 

   

 

Foto (links): Im Lavafeld von Berserkjahraun (Snaefellsnes) gibt es mehrere Vulkankegel. Hier der Kothraunskulla (191m). Pflanzen auf „wüstenhaften“ Lava oder Schuttböden treten nur vereinzelt auf („melur“-Vegetation). Typisch sind: Stengelloses Leimkraut (Vordergrund), Gewöhnliche Grasnelke und Sandkresse, dazu kommen Moose und Flechten. In Island gibt es keine echten Wüsten. Diese definieren sich durch weniger als 200mm Niederschlag/Jahr (siehe Neef – „Physische Geografie“). Aber weil diese Böden so enorm wasserdurchlässig sind, reichen auch die mindestens 500-600mm Niederschlag, die in Island selbst in trockenen Regenschattengebieten fallen, nicht für ein geschlossenes Pflanzenwachstum aus. © Achim Kostrzewa. Technik: D300, AF-D 2,8/14mm, 200ASA, manuell, Bl.16, 1/80sec.

(rechts): Fast mitternacht am Kraterrand des Hverfjall, (am Myvatn) noch immer scheint die Sonne und taucht dieses "Mondlandschaft" in weiches Licht. © Achim Kostrzewa. Technik: D300, AF-D 2,8/14mm, 400ASA, manuell, Bl.11, 1/20sec.

 

Auszug aus der amtlichen isländischen Statistik (in qkm) :

Island Gesamt                                      103.000 qkm
davon
Haupstadtgebiet                                       1.000 qkm
Bewachsene Landfläche                         23.805 qkm
Binnenseen                                             2.757 qkm
Gletscher                                              11.922 qkm
Wüstenähnlich                                      64.538 qkm ( = 63 % )

 

Weiterführende Literatur:

Für Geografie & Geologie: Achim Schnütgen (1990): Island. DuMont Landschaftsführer. Köln. (vergriffen, nur antiquarisch z.B. bei amazon)

Für Tiere & Pflanzen, Biologie & Ökologie: Winfried Wisniewski (1992): Island. BLV Reiseführer Natur. München. (vergriffen, nur antiquarisch z.B. bei amazon)

Allgemein: Jens Willardt & Christine Sadler (2006): Island. Michael-Müller-Verlag, Erlangen.

Dieses Buch hat seine Schwächen bei Bio- und Erdwissenschaften. Bietet aber gute und exakte Reiseinfos, bis hin zu den genauen Standorten und Öffnungszeiten von Geschäften und Tankstellen. Alle drei Bände zusammen bilden daher die ideale Reiseliteratur zum Mitnehmen.

 

Hilfe bei der Reisebuchung:

Normalerweise buchen wir selber über das Internet z.B. WOMOs bei Camperboerse.de für Europa & USA/Canada. In Falle von Australien/Neuseeland/Tasmanien nutzen wir das Kölner Reisebüro „Downunder“ von Michael Hartje (siehe Reisebericht Neuseeland).

Insider-TIPP: Ja und bei Island hat sich Frau Ingrid Herrmann, Geschäftsführerin von „set - geo -aktiv-reisen“ als sehr engagiert, kenntnis- und hilfreich erwiesen.

Kontakt - http://www.set-reisen.com/          eMail: info@set-geo-aktiv.de

Telefon: Montag – Freitag, 09:00 - 17:00 Uhr
Tel. 0 81 06 / 21 29 90-0
Fax 0 81 06 / 21 29 90-9

 

Kosten: WOMO für 2 Personen ab 200,- € pro Tag. Damit zahlt man etwa das Gleiche wie bei Hotelübernachtung und PKW der unteren Mittelklasse. Wir hatten einen RIMOR Katamaran II. Basierend auf einem 3,5 T Ford Chassis mit großen 18 Zoll Felgen und guter Bodenfreiheit. Außer dem Auspuff hing da nichts tiefer als das Fahrgestell selbst. Das ist wichtig, denn Schäden am Unterboden (und Dach) sind von der Versicherung ausgeschlossen. Länge 6,6m, Breite 2,2m. Bei dem geringen Verkehrsaufkommen überhaupt kein Problem. Besonderheit Trumaheizblock mit Warmwasserbereiter, da können zwei Leute prima duschen und anschließend ist es auch noch warm im Auto. Gasverbrauch bei Kochen, Kühlschrank und Heizung/Warmwasser etwa 10 kg Propangas in 14 Tagen. Gasflaschen kann man an jeder N1 Tankstelle tauschen.

 

Fazit: Wir sind in der ersten Woche nur 780km gefahren, weil die Touren Hotel – Ziel – Hotel unterbleiben konnten. Das ist schön entspannend. Mittags einen Power-Nap und in der Nacht bei bestem Licht gleich vor Ort fotografieren. Kochen tue ich sowieso gerne selbst. Frische Lebensmittel kann man in fast jedem Dorf kaufen. Der WOMO Kühlschrank fasste Vorräte für 4-5 Tage einschließlich Gefrierfach für Fleisch. Sehr empfehlenswert, gute Qualität, mindestens wie bei uns Biofleisch. Fisch gibt es fast nur eingefroren. Tipp: kaufen Sie Isländischen Graved Lachs, ein Gedicht. Frische, heiße Aufbackbrötchen, Butter, Lachs und ein bisschen Weiswein…mitten in der Wildnis.

            Die nächste Reise werden wir wieder mit dem WOMO machen. Die übernächste geht wahrscheinlich mit dem Geländewagen ins Hochland. Bin vom Island-Virus infiziert.

 

(letzte Bearbeitung 2.8.09, © AKo)