Hamburg Blues Band – am 17.1.19 in der Harmonie Bonn

Die Hamburg Blues Band wurde schon 1982 u.a. von Dick Heckstall-Smith (Colosseum, mit Clem Clemson) gegründet und stellte immer einen Ableger des Brit Blues dar. Viele berühmte Musiker haben als Gäste in dieser Formation gespielt, die auch auf der Insel zusammen gejammt haben und aufgetreten sind. Es handelt sich um Musiker aus bekannten Allstars Bands, wie:

·       Pete Yorks “Olympic Rock and Blues Circus” u.a.  mit Chris Farlow (voc) und Brian Auger (org)

·       “The British Blues Quintet” u.a. Miller Anderson (g), Maggie Bell (voc)

·       „Jon Lord Blues Project“, das bestand aus dem kompletten Blues Quintett plus Jon Lord

 

Hamburg Blues Band: Auf der Bühne von links nach rechts: Bexi Becker, Bass (unten). Oben: Hansi Wallenbaum, Drums; Gerd Lange, Rhythmusgitarre; Krissy Mathews, Leadgitarre. Foto © Achim Kostrzewa

 

Das aktuelle Line up besteht aus:

·       Gerd Lange (voc, rythm g,Telecaster, Stratocaster, Dobro über zwei Fender Tweeds)

·       Michael "Bexi" Becker (voc, Fender Bass, Vox V-100 mit Bass Box aus 1972)

·       Hansi Wallenbaum (dr, seine Drums sehen aus wie die von Ginger Baker)

und bildet den harten Kern der Band. Becker und Wallenbaum stellen eine famose, druckvolle Rhythmusgruppe dar, die auch schon viele Bands und Live Acts in Deutschland unterstützt haben.

Zu den „Friends“ zählen viele Berühmtheiten, die für die Auftritte der Band immer wieder dazu stoßen:

Maggie Bell (voc, ex Stone the Crows)

Pete Brown (voc, Texter der legendären “Cream”, Jack Bruce, Graham Bond)

 

  

Maggie redet nicht viel, singt dafür lieber. Pete erzählt dagegen: "er sei ja an sich Sozialist. Hatte sich aber von den Tantiemen allein für "White Room" ein Häuschen kaufen können. Und, nein, es täte ihm nicht Leid." White Room wurde allein zwei Millionen Mal im Radio gespielt!  Auch Pete ist noch exzellent bei Stimme.                            Foto © Achim Kostrzewa

 

Sologitarrist Miller Anderson wurde kürzlich vom jungen Gitarristen Krissy Mathews  abgelöst. Ein 26-jähriger mit 23 Jahren (!) Gitarrenerfahrung und so spielt er auch: rasend schnell wenn es sein muß, sonst entspannt die kompliziertesten Figuren ohne überhaupt aufs Griffbrett zu schauen. Da wächst ein ganz Großer heran, soviel ist klar. Was er noch lernen muß, scheint eher eine Frage des Alters, also des Reifens denn des Könnens: „Es kommt nicht darauf an möglichst viele Töne zu spielen, sondern die richtigen…“ (Miles Davis).

 

Krissy Mathews geht virtuos mit seinen sechs Saiten um. Hier beim Bottleneck.     Foto © Achim Kostrzewa

Gitarren Duett - Gerd und Krissy verstehen sich musikalisch sehr gut.    Foto © Achim Kostrzewa

Bass- und Leadgitarre können auch gut miteinander        Foto © Achim Kostrzewa

 Erinnert mich sehr an Ginger Baker (Cream): Hansi an den Trommelfellen.    Foto © Achim Kostrzewa

Da liegt der Schweiß der harten Arbeit in der Luft: Pete und Krissy im "White Room".   Foto © Achim Kostrzewa

 

Kurz ein Line-up in der Harmonie, was sich sehen und hören lassen kann. Pünktlich um 20:00 ging es los. 21:00 Pause, 22:15 Ende. In der Harmonie muß Rücksicht auf die Nachbarschaft im Dorf genommen werden… Von der Liste, die Renate in meine Kamera hält werden jeweils die ersten acht Stücke gespielt. Das erste Set umfaßt Stücke der Hamburg Blues Band und ist schon ein toller Einheizer.

Der Zweite bringt viele Blues Rock Nummern, die längst die Klassiker geworden sind. Die Stimmen von Pete Brown bei den Cream Nummern oder Maggie Bell bei den weiteren heben das Niveau in große Höhen: hier sind Vollprofis am Werk, die viel Spaß bei der Arbeit haben. Wir als Publikum, der Altersdurchschnitt dürfte bei 65 gelegen haben, rocken mit, was die Knochen noch so hergeben. Technisch brillant, mit echten Blues Feeling vorgetragen. Leute das groovt! Ein rundherum toller Abend.

 "Mein Nummerngirl" mit der Setlist: die Neuner wurden jeweils weggelassen, wie auch die Zwei von der Zugabe.    Foto © Achim Kostrzewa

 

Die Zugabe muß sich auf den alten Cream Kracher „Sunshine of your Love“ beschränken. Alle sind auf der Bühne, alle singen mit, auch im Publikum, ich auch (es hört mich ja keiner :-)… Dann ist Schluß! Wir gehen glücklich nach Hause, gönnen uns noch einen Gin Fizz nach der einstündigen Autofahrt. Und ich sinne darüber nach, was der Unterschied vom eben gehörten, zu der Konzertaufnahme von Cream, London 2004 ist. Plötzlich weiß ich es: 2004 spielten Cream eher kontrolliert, Ginger Baker packt den Swing in die Nummern. Die beiden CDs laufen oft bei mir. Die Hamburg Blues Band bringt die Stücke eher an die junge, ungestüme Cream erinnernd. Mehr drive, mehr beats per minute. Hier spielen die Alten wie die Jungschen!

 

Sunshine of your Love...  73 und kein bißchen leise: Maggie am Bassmann Bexi… Foto © Achim Kostrzewa

Passen nicht alle in mein kleines Weitwinkel! Der Rest der Band rockt die Bühne: Gerd, Hansi, Pete und Krissy weiter rechts auf der Bühne...                                  Foto © Achim Kostrzewa, alle Fotos mit Fuji X E-2 und XF 2/18 oder XF 2/50mm bei offener Blende...

 

Text und Fotos © Achim Kostrzewa (Jan. 2019)