Fuji X E-2 mit XF 2/50mm - Available Light Fotos

seit September habe ich eine Neuerwerbung gemacht: das XF 2/50mm und es gleich ausgiebig auf einer Schiffsreise von Montreal nach Kuba testen können. Bislang habe ich für Reportage, Street und auch Bühne an der D700 das ziemlich alte AF 28-85 N und bei Available Light Situationen das AF 1,8/85mm benutzt. Die D700 mit diesen Linsen ist ein 1,4 kg Klotz, der aber sehr gute Ergebnisse bis 3.200 ASA liefert.

Die kleine Fuji wiegt gerade mal 500 g und kann auf der Bühne auch 3.200 ASA abliefern. Das 50er ist klein und leicht, also ein ideales Reiseobjektiv mit sehr hoher Leistung bis an den Rand und in die Ecken.

Warum nun doch das Fuji XF 50mm? Bislang reichte mir mein manuelles Micro-Nikkor "2,8/55mm doch aus. Ja, für Makro und Landschaft vom Stativ aus ist es prima, für Reportagesituationen manuell aber zu langsam. Ich sehe halt zu schlecht und verlasse mich für viele Treffer doch lieber auf den Autofocus mit manueller Wahl des AF-Feldes. Und, unter Bühnenlicht kann ich bei diesem Objektiv die offene Blende bedenkenlos nutzen. Beim 1,8/85mm hatte ich doch eher leicht auf 2,2 abgeblendet.

 

Dee Jacobee live in der Lounge der MS Hamburg - das britisch-jamaikanische Energiebündel gibt Tinas' Nutbush City Limits   Foto: © Achim Kostrzewa

Misty zur richtigen Beleuchtung von schräg hinter der Bühne   Foto: © Achim Kostrzewa

Schärfe per Autofocus mit vorgewähltem Meßfeld (Auge links). Belichtung manuell (1/125 sec.), Blende offen. Solange unser Bühnentechniker Sascha nichts am Licht ändert, brauche ich auch nichts zu machen und kann mit der gefundenen Einstellung manuell immer weiter arbeiten. Foto: © Achim Kostrzewa

Markus Baltensperger gibt auf seinen beiden Quebecer Accoustic Gitarren (Marke Godin) ein furioses Konzert, singt und loopt seine Grundakkorde gleichzeitig live, um dann darüber zu improvisieren. Gekonnt, sage ich dazu.  Foto: © Achim Kostrzewa

Markus gibt den Blues im Palmgarten der MS Hamburg (1.000 ASA, f/2, 1/42 sec.).    Foto: © Achim Kostrzewa

Eric und Markus auf dem Weg zur Bühne: Eric Emanuelle guckt professionell in die Kamera, er kennt genau seine Wirkung. Alle Fotos mit Genehmigung der Künstler! Da es neben der Bühne stockdunkel ist, ist eine kleine Blitzaufhellung nötig.  Foto: © Achim Kostrzewa

Schon wieder eine Godin: Straßenmusiker in Quebecs alter Unterstadt (800 ASA, f/2, 1/32 sec.)

Fazit aus meinen ersten Versuchen: das Objektiv kann bleiben. Ja, es könnte meine Lieblingslinse für Street und Reportage werden, denn mit dem 1,2/56mm möchte ich mich nicht belasten. Die D700 ist zwar immer noch schneller im Response, aber man kann mit der Fuji gut arbeiten, wenn man dafür sorgt, daß sich der Sucher nicht abschaltet und auch nicht zur Mattscheibe umschaltet. Hat sich die Kamera erst einmal abgeschaltet, dauert es gefühlte lange Minuten, bis sie betriebsbereit ist. So habe ich einmalige Situationen schon verloren!

Die Nikon ist immer betriebbereit, sofern sie eingeschaltet ist. Bei mir ist sie immer eingeschaltet! Also Kamera ans Auge, zielen und abdrücken in einer fließenden Bewegung. So muß das sein, wenn man den "entscheidenden Augenblick" nicht versäumen will.

Inuit Chor bei uns an Bord in der Lounge. Das Publikum sitzt links über wiegend vor der Bühne, aber auch im Halbkreis rechts und links von der Bühne. Ich stehe neben der Bühne. Der Künstler sieht mich, klar der Mann sieht meine Kamera, und guckt. Jetzt geht es um Bruchteile von Sekunden: bislang lag die Schärfe auf der Sängerin links von ihm. Ich verschiebe nun mit meinem rechten Daumen das Fokusmeßfeld nach rechts und mache das Foto als einzelne Belichtung, PASST. D700, AF 1,8/85mm, 3.200 ASA, 1/125 sec. f/7,1       Foto: © Achim Kostrzewa

Das stellt ein weiteres Hindernis bei der Fuji dar: bevor ich das Meßfeld verschieben kann, muß ich dazu eine weitere Taste F2 drücken. Brauche also länger fürs umschalten. Das wäre aber per Software update leicht zu beheben.

 

Also man kann mit der Nikon immer noch gute Fotos machen: links Tagelöhner auf Bermuda, rechts Wachsoldat in Halifax, Neufundland. Man muß halt freundlich reden mit den Leuten und konsequent sein; es gibt kein Geld für Fotos!   Fotos: © Achim Kostrzewa

 

Pedro aus Kuba wollte erst mit vielen Worten fotografiert werden, er sei extra dafür da, angestellt bei der Stadt Havanna. Als ich dann dreimal abgedrückt hatte, er hatte erst noch umständlich seinen Hut aufgesetzt und die Zigarre in den Mund gesteckt, wollte er doch 5 Dollar haben, das sei schließlich sein Job. Aber, Pech gehabt, meine Geldbörse liegt im Kabinensafe! Dem Herrn rechts ist das wurscht, ihm gehört ein feiner Zigarrenladen.  Fotos: © Achim Kostrzewa

Was brauche ich jetzt noch? Ein längeres, leichtes, schlankes AF-Tele wie das 2,8/90mm zur Contax G. Fuji baut zwei klobige, wunderbar scharfe Linsen in diesem Bereich: das XF 2,8/80mm Makro und das XF 2/90 Tele. Beide in der >500g Gewichtsklasse, da will ich ja nicht mehr hin! Es sollte mindestens 70mm Brennweite haben, 90 wären aber besser...

Text & Bilder © Achim Kostrzewa (im Nov. 2017)